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Glykoside
Die Glykoside gehören zu den hochwirksamen Stoffen, bei denen bestimmte Zuckerverbindungen gemeinsam sind (sie bestehen nämlich aus Zucker und einem nicht zuckerhaltigem Teil, der Aglykon oder Genin genannt wird).

Pflanzen können dank der Synthese von Glykosiden toxische Stoffe in nicht toxischer Form speichern.

Das Glykosid wird in einem getrennten Zellteil (Vakuole) gelagert und wenn die Pflanzenzelle zerstört wird, kann das Glykosid hydrolytisch gespaltet werden.

Folglich kann der freigesetzte Giftstoff seine Wirkung entfalten.
  • Glykoside können in folgenden Untergruppen (je nach Aglykon) eingeteilt werden:

    Cyanogene Glykoside (Blausäure, Cyanwasserstoff ist chemisch gebunden): Amygdalin, Sambunigrin, in Rosengewächsen (Rosaceae ), Holunder (Sambucus), Flachs (Linum)

    • Farbstoffglykoside (Flavonoide)
    • Iridoidglykoside: u.a. Agnosin, Aucubin, Verbenalin, Catalpol, Euphrosid, Harpagosid, in Augentrost (Euphrasina officinalis), Teufelskralle (Harpagophytum procumbens), Kugelblumen (Globularia), Wachtelweizen (Melampyrum), Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
    • Herzglykoside: Bufadienolide- Hellebrin (Christrose/ Helleborus niger), Cardenolide (Fingerhut/ Digitalis , Maiglöckchen/ Convallaria majalis), in Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae), Kreuzblütengewächsen (Cruciferae), Braunwurzgewächsen (Scrophulariaceae), Hundsgiftgewächsen (Apocynaceae), Seidenpflanzengewächsen (Asclepiadaceae), Liliengewächsen (Liliaceae)
    • Phenolglykoside: Arbutin, Gein, Salicin, Salicortin, Tremulacin usw., in Preiselbeeren, Nelkenwurz (Geum urbanum), Weiden (Salix sp.)
    • Anthrachinone: Aloin, Barbaloin, Anthranole, Isobarbaloin usw., in Knöterichgewächse (Polygonaceae), Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae), Hülsenfrüchtlern (Leguminosae), Liliengewächsen (Liliaceae)
    • Saponinglykoside: Saponine sind Verbindungen, die meist bitter schmecken, auf der Oberfläche aktiv sind und in wässrigen Lösungen Schaum bilden (daher auch der Name sapo= Seife). Saponine werden in der Medizin auf Grund ihrer schleimhautreizenden Wirkung harntreibend oder als Brechmittel verwendet, aber auch als Zusatz in Teemischungen, da sie die Resorbtion (Aufnahme) anderer Wirkstoffe unterstützen.
  • Wirkungen:

    • antikarzinogen (vermindertes Dickdarmkrebsrisiko)
    • antimikrobiell (Candida albicans usw.)
    • cholesterinsenkend (Schutz vor Herz- Kreislauferkrankungen)
    • schleimlösend
    • auswurffördernd
    • schmerzstillend
    • beruhigend
    • leberschützend
    • abführend und dadurch entgiftend
    • wassertreibend und hautreinigend
  • Empfohlene Tageszufuhr:

    Maximal 300 mg. Bei der Zufuhr größerer Mengen können als Nebenwirkung ein erhöhter Blutdruck und sogar Hämolyse (selten) auftreten.
  • Saponine

    Saponine können nach Art des Grundgerüsts in Steroidalkaloidsaponine, Steroidsaponine und Triterpensaponine eingeteilt werden. Saponinhaltige Pflanzen sind z.B. Linde, Ringelblume (Calendula officinalis), Seifenkraut (Saponaria), Taubnessel (Lamium), Thymian (Thymus), Hülsenfrüchte (Soja, Erbsen, Bohnen usw.), Spinat, Zwiebel, Knoblauch, Spargel, Weizen, Lakritze, Ginseng, Yucca, Inka- Gurke/ Caigua (Cyclanthera pedata).
  • Senfölglykoside

    Senföle werden therapeutisch als örtlich wirkende Hautreizmittel (Rubefacientia) eingesetzt. Sie wirken teilweise stark antbakteriell. Der Verzehr senfölhaltiger Pflanzen kann Krebserkrankungen vorbeugen.

    Glykosidhaltige Kräuter sind z.B. Brunnenkresse (Nasturtium officinale), Gartenkresse (Lepidium sativum), Faulbaum (Frangula alnus), Fingerhut (Digitalis), Maiglöckchen (Convallaria majalis), Meerrettich, Radieschen, Raps, Rübsen, Weißer Senf, Sennesblätter, Weiden (Salix sp.).
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